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Gratulation HSV! Gab es je ein größeres Schnäppchen?

  • Autorenbild: Niclas Löwendorf
    Niclas Löwendorf
  • 29. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Das Nordderby wurde vor etwa zehn Minuten abgepfiffen. Der HSV schlägt den Erzrivalen aus Bremen mit 3:2 und ein Mann tänzelt durch die Katakomben, singt und strahlt pure gute Laune aus. Hört man sich in HSV-Kreisen um, ist das kein seltenes Bild. Die Rede ist von Albert Sambi Lokonga, nicht nur der Gute-Laune-Bär der Truppe, sondern auch der Mann, der für mich zu den größten Überraschungen der noch jungen Saison zählt.

Sambi Lokonga: Leistungsträger zum kleinen Preis
Sambi Lokonga: Leistungsträger zum kleinen Preis

Ich muss gestehen: Als der Transfer offiziell wurde, hatte ich starke Zweifel. Der 26-Jährige war bisher dafür bekannt, mit seiner Verletzungsanfälligkeit kämpfen zu müssen – übrigens ähnlich wie Yussuf Poulsen. Doch bei Lokonga ist Eines anders: Der zentrale Mittelfeldspieler ist jünger und hat einen großen Teil seiner Karriere noch vor sich.

Seine Laufbahn begann im Höhenflug: Rund um das Jahr 2017 galt der Belgier als Ausnahmetalent in seinem Land. Mit 18 Jahren feierte er sein Debüt beim RSC Anderlecht und lernte dort unter anderem von Größen wie Vincent Kompany.

Doch leider ging es nicht immer aufwärts. Bereits in jungen Jahren zog sich „Sambi“, wie er intern genannt wird, einen Kreuzbandriss zu. Zudem kamen im Laufe der Zeit diverse Muskelverletzungen hinzu. Vor allem der Oberschenkel bereitete ihm immer wieder Probleme. Bei seiner letzten Leihstation in Sevilla verpasste er allein 13 Spiele aufgrund dieser Blessur. Die ersten Trainingseinheiten am Volkspark standen daher ganz bewusst unter dem Motto: „Bloß nicht verletzen!“ Schon in seinen ersten Tagen beim HSV wurde Sambi sprichwörtlich in Watte gepackt.

Bisher ist diese Taktik voll aufgegangen! Er kam bislang ohne größere Verletzungen durch die Saison und gehört seit dem sechsten Spieltag zum Stammpersonal. Und nicht nur das – in Hamburg hat er zusätzlich das Toreschießen entdeckt! Das liegt zum einen daran, dass er unter Polzin den offensiveren Part im Mittelfeld übernehmen darf. An seiner Seite räumt Nicolai Remberg ab und hält ihm den Rücken frei. Dieser ist voll des Lobes für seinen Mittelfeldkollegen und zugleich überrascht von dessen Torgefahr:„Natürlich kriegt Sambi ordentlich Sprüche in der Kabine ab. Gerade zu Hause scheint er gerne zu treffen. Er mag es wohl, wenn sein Name durch das Volksparkstadion gerufen wird“, sagt Remberg schmunzelnd in der Flash Zone nach Abpfiff des Frankfurt-Spiels an meinem Mikrofon.

In Hamburg frei von Verletzungen: Albert Sambi Lokonga
In Hamburg frei von Verletzungen: Albert Sambi Lokonga

Auch Merlin Polzin gewährt Einblicke in seine Gedankenwelt, als sich im Sommer die Verpflichtung konkretisierte: „Wir hatten eine Fantasie: Wir haben gesehen, dass er diese Momente in der gegnerischen Box bisher nicht allzu häufig hatte und wenig Tore geschossen hat. Das war ein klarer Punkt, an dem er arbeiten wollte. Und genau das tut er nun auf sehr beeindruckende Art!“

Vier Tore in einer Saison hatte er zuvor in seiner Karriere nie erzielt. In Hamburg gelang ihm dies bereits nach nur zwölf Spielen. Die Verpflichtung von Sambi Lokonga ist bislang voll aufgegangen! Vor allem, wenn man bedenkt, zu welchen Konditionen er an die Elbe wechselte, muss man die Frage stellen: Gab es je ein größeres Schnäppchen beim HSV?

Man kann es sich kaum vorstellen, aber die feste (!) Verpflichtung von Sambi hat die Rothosen gerade mal 300.000 Euro gekostet. Im Bundesliga-Zirkus ist das fast hinterhergeworfen – vor allem bei der Qualität, die er mitbringt. Denn man darf nicht vergessen: Bereits zum Zeitpunkt des Transfers im Sommer hatte Lokonga einen Marktwert von acht Millionen Euro.

Sportdirektor Claus Costa kannte den Belgier bereits aus seiner Zeit bei Bayer 04 Leverkusen und wollte ihn schon zwischen 2017 und 2019 zum Werksklub holen. Der Transfer kam damals bekanntlich nicht zustande, doch in Costas Notizblöcken blieb der Name stehen.

Top-Transfer Albert Sambi Lokonga im Training
Top-Transfer Albert Sambi Lokonga im Training

Schaut man in die Transferhistorie des HSV, hat man für dieses Geld wohl nie einen Spieler dieser Qualität bekommen. Noch krasser: In der Transferbilanz stehen Namen, die deutlich mehr kosteten und wesentlich weniger leisteten – beispielsweise Marcus Berg (10 Millionen Euro, hat das 33-Fache von Lokonga gekostet), Alen Halilović (5 Millionen Euro, das 17-Fache) oder Bobby Wood (4 Millionen Euro, das 13-Fache).

In diesem Sinne kann man dem HSV um Stefan Kuntz und Claus Costa zu diesem Transfer-Stunt nur gratulieren! 

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